Magdeburg, die über 1200 Jahre alte Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, ist bis heute untrennbar mit Otto von Guericke verbunden, der hier im 17. Jahrhundert – dem Zeitalter des Aufbruchs in die Neuzeit – lebte und wirkte. Otto von Guericke stellte sein Leben konsequent in den Dienst seiner Heimatstadt. Über 50 Jahre war er Mitglied des Rates der Alten Stadt Magdeburg und übernahm dabei vielfältige Aufgaben, unter anderem als Bauherr, Ingenieur, Kämmerer und Scholarch. Besonders prägend war seine 30-jährige Amtszeit als einer der vier Bürgermeister. In dieser Funktion vertrat er Magdeburg über zwei Jahrzehnte hinweg auf diplomatischen Missionen an zentralen Schauplätzen der europäischen Geschichte und setzte sich erfolgreich für den Wiederaufbau sowie für wirtschaftliche und juristische Privilegien der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Stadt ein.
Neben seiner politischen Tätigkeit widmete sich Otto von Guericke intensiv den Naturwissenschaften. Als Naturphilosoph und Astronom begründete er mit der Entwicklung der ersten Vakuumluftpumpe die Vakuumtechnik und gilt in Deutschland als Begründer der Experimentalphysik. Mit der Erfindung der ersten Elektrisiermaschine wurde er zudem zum Vater der Elektrostatik. Seine berühmten Experimente stellte er stets in den Dienst seiner Heimatstadt.
Auch persönlich übernahm Guericke Verantwortung: Nach der Zerstörung Magdeburgs im Jahr 1631 baute er den vollständigen Verlust seines Besitzes mit großem Einsatz wieder auf und sicherte seine Stellung später durch den Adelstitel. Die Neuen Magdeburger Experimente, insbesondere der Große Magdeburger Halbkugelversuch, sind bis heute weltweit in Fachliteratur und Schulbüchern präsent.