Magdeburg
zur zeit
otto von guerickes

Magdeburg erlebte zu Lebzeiten Otto von Guerickes (1602–1686) den tiefsten Einschnitt seiner Geschichte. Um 1600 war die Stadt als Kaiserstadt, Hansestadt und Hochburg der Reformation eine der bedeutendsten Metropolen des Heiligen Römischen Reiches. Doch der Dreißigjährige Krieg beendete diesen Aufstieg.

Nach Jahren wirtschaftlicher Krisen und politischer Spannungen erreichte der Krieg 1631 seinen Höhepunkt: Kaiserliche Truppen unter Tilly eroberten und zerstörten Magdeburg nahezu vollständig. Etwa 20.000 Menschen kamen ums Leben, die einst blühende Stadt wurde zum Symbol der Schrecken des Krieges. Der Begriff „magdeburgisieren“ brachte die Dimension dieses Untergangs sprachlich zum Ausdruck.

Otto von Guericke entkam der Katastrophe, kehrte 1632 zurück und engagierte sich als Ratsherr und Ingenieur für den Wiederaufbau. Sein Stadtplan von 1632 bildete die Grundlage für den Neuanfang. Als Vertreter Magdeburgs bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden setzte er sich für die Rechte der Stadt ein. Zwar verlor Magdeburg später die Reichsfreiheit und wurde Teil Brandenburgs, doch Guerickes Wirken trug entscheidend dazu bei, der schwer zerstörten Stadt eine neue Zukunft zu eröffnen.