Johanniskirche

Ein Ort des
Gedenkens 

Otto von Guericke in der Johanniskirche.

Guericke

Das Erbbegräbnis Otto von Guerickes
in der Johanniskirche

Die Johanniskirche ist nicht nur eines der bedeutendsten Bauwerke Magdeburgs – sie ist auch ein Ort stiller Erinnerung an Otto von Guericke, einen der prägendsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte.

Nach der Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg und der endgültigen Unterwerfung der Stadt verließ Otto von Guericke 1681 seine Heimat. Er zog zu seinem Sohn nach Hamburg, wo er am 11. Mai 1686 starb. Doch seine letzte Reise führte ihn zurück nach Magdeburg: Unter dem Geläut aller Kirchenglocken und großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde er am 2. Juli 1686 in der Familiengruft der Johanniskirche beigesetzt – ein eindrucksvoller Abschied eines Mannes, der sein Leben in den Dienst der Stadt gestellt hatte.

Die Geschichte seines Grabes ist ebenso bewegt wie die der Kirche selbst. Als die Johanniskirche 1890 umgebaut wurde, musste die Gruft einer Heizanlage weichen; der Verbleib der Gebeine Otto von Guerickes ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Dennoch blieb die Erinnerung lebendig. Im Eingangsbereich der Kirche zeugen zwei Wappensteine von seiner engen Verbindung zur Stadt: das Familienwappen Guerickes sowie das von ihm gestiftete Stadtwappen Magdeburgs, beide 1674 angefertigt. Trotz schwerer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg konnten sie aus den Trümmern geborgen und 1999 restauriert werden.

Mit dem Wiederaufbau der Johanniskirche ab 1990 wurde auch die Gruft der alten Magdeburger Patrizierfamilien Guericke und Alemann erneut zugänglich gemacht. Bei ihrer Freilegung fand man den Leichenstein von Margarethe Guericke, der ersten Ehefrau Otto von Guerickes. Heute ist die Gruft ein Ort des stillen Gedenkens: Ein moderner Erinnerungsraum mit Gedenkstein, Büstennachguss und Inschriften lädt dazu ein, innezuhalten und dem großen Sohn Magdeburgs zu begegnen.

Wer die Johanniskirche besucht, begegnet hier nicht nur einem bedeutenden Bauwerk, sondern einem Kapitel Magdeburger Geschichte, das bis heute nachwirkt – leise, würdevoll und eindrucksvoll.

Der Text auf dem Leichenstein der Margarethe Alemann aus dem Jahre 1645 lautet:

MARGARETE
ALEMANN
OTTO GERICK[-]
EN R[ATS]CÄMM[ERER][-]
LICHE HAUS[-]
FRAU IST VER
SC[H]IEDEN. 26. APRI[-]
LIS ANNO 1645

Der Text auf dem Gedenkstein Otto von Guerickes aus dem Jahre 2000 lautet:

ZUM GEDENKEN AN
OTTO VON GUERICKE
GEBOREN 20. NOVEMBER 1602
IN MAGDEBURG
GESTORBEN 11. MAI 1686
IN HAMBURG
BEIGESETZT 2. JULI 1686
IN MAGDEBURG

Weitere Austellungsstücke

Ebenfalls im Untergeschoss befindet sich ein elektronisches Informationssystem mit folgenden Inhalten:
Otto-von-Guericke-Gesellschaft e. V.   //   Lebensdaten Otto von Guerickes   //   Guerickes Experimente/Versuche   //   Guerickes Weltsystem   //   Otto von Guericke Meile   // Otto von Guericke Ausstellung im Museum in der Lukasklause   // Johanniskirche
 

Vier Wandtafeln informieren über:
Die alte Stadt Magdeburg im 17. Jahrhundert 
Otto von Guericke - Tod und Beisetzung
Otto von Guericke - Lebensdaten
Beisetzung in der Alemann/Guericke Gruft